Do 4.10.2018, 20:30        
Heartland Songwriters Revue      
Americana/SingerSongwriter
Wenn bei diesem Bandnamen selbst Kenner mit lexikalischer Kenntnis der US-amerikanischen Singer/Songwriter-Szene auch nach angestrengtem Nachdenken nur resignierend mit den Achseln zucken, hat das einen triftigen Grund: es handelt sich hier um ein einmaliges, aus einer spontanen Eingebung geborenes, nur für eine Handvoll Auftritte existierendes Projekt. Mit dem Lab-Konzert als einzigem öffentlichem Auftritt der Musiker in dieser Konstellation überhaupt, neben drei Hauskonzerten. Bei der Lektüre der Musikernamen, die sich hinter dem Projekttitel verbergen, wird besagten Szene-Kennern dagegen auf Anhieb das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Aber der Reihe nach: im Zeitraum ab etwa Mitte der Neunziger Jahre bis Anfang der Zweitausender erlebte die Singer/Songwriter/Roots/Americana-Szene in St. Louis, Missouri so etwas wie eine Blüte, mit einer ganzen Reihe von Bands, die es nicht nur lokal zu Ansehen brachten, sondern sich auf der ein oder anderen Überseetour auch einen kleinen, feinen und sehr treuen Fankreis in Deutschland erspielen konnten. Dazu gehörten Bands wie Nadine, Dolly Varden, One Fell Swoop oder Rough Shop. Nadine brachte es sogar bis zu einer Album-Veröffentlichung auf dem deutschen Edel-Alternative-Label Glitterhouse.

Kurz und gut, alle diese Bands gibt es heute aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr. Die Musiker selbst gibt es aber natürlich noch, sie sind weiterhin in der St. Louis-Songwriter-Szene aktiv, und sie kennen und schätzen sich gegenseitig. Und sie alle haben ihre viele Jahre zurückliegenden Deutschland-Konzerte noch in bester Erinnerung. So kam es eines Tages, es ist erst wenige Monate her, zu einer spontanen Eingebung. Vier der ehemaligen Frontmänner der oben aufgezählten Bands fragten sich, wie es wohl wäre, sich zusammenzutun und in Erinnerung an die guten alten Zeiten nochmal nach Deutschland aufzubrechen. Eine völlig naive, romantische, hoffnungslose Schnapsidee eigentlich, so ganz ohne gemeinsame Historie, ohne Promo, ohne Album, ohne nichts. Aber sie fragten dennoch einen gemeinsamen deutschen Freund und Unterstützer, ob man da was machen könnte. Und der war begeistert und fragte uns. Und wir waren ebenfalls begeistert. Und so kommt es nun also, dass die Herren Reichmann, Dawson, Ploof und Wendland sich ihre Klampfen schnappen, am Dienstag in St. Louis in den Flieger springen, von Donnerstag bis Sonntag viermal in Deutschland auftreten, und am Montag wieder gen Heimat abdüsen.

Das Lab-Konzert am Donnerstag, dem 4.Oktober, ist dabei der einzige offizielle, öffentliche Auftritt überhaupt, gefolgt von drei privaten Hauskonzerten. Wie der Abend genau ablaufen wird, wissen wohl aktuell noch nicht einmal die Beteiligten selbst. Fest steht, dass sie den ganzen Abend lang abwechselnd in unterschiedlichsten Solo/Duo/Trio/Quartett-Konstellationen auftreten und dabei spontan aus ihrem riesigen Songfundus schöpfen werden. Wird sicher schön, und bleibt sicher einmalig.

Adam Reichmann – Gesang, Gitarre
Steve Dawson – Gesang, Gitarre
Andy Ploof – Gesang, Gitarre
John Wendland – Gesang, Gitarre