Sa 24.06.2017, 20:30        
The Great Crusades      
Folk, Punk, Spaghetti-Western und Country
Americana/SingerSongwriter
The Great Crusades haben sich im Grunde genommen immer schon wie eine Blue-Rose-Band angehört, die versehentlich bei Glitterhouse gelandet ist. Nun sind sie also tatsächlich dort angekommen, wo sie gefühlt schon immer hingehört haben: nach sechs Glitterhouse-Alben erschien das aktuelle, insgesamt achte Album der Great Crusades im Frühjahr 2014 auf Blue Rose und befindet sich damit in illustrer Gesellschaft stilistisch verwandter Bands wie den Bottle Rockets, Cracker oder den Sons Of Bill.

The Great Crusades sind vier Musiker aus Chicago. Drei von ihnen heißen Brian, der vierte und einzige Nicht-Brian spielt sein Schlagzeug im Stehen, und alle vier tragen sie distinguierte, schwarze Anzüge und Krawatten, einer sogar mit Hut. Dieses Outfit verleiht ihnen – besonders, wenn es zerzauselt ist, die Jacken vor Schweiß triefen, die Krawatten aus den aufgerissenen Kragen baumeln und die Zigaretten im Zwielicht aus den Mundwinkeln hängen – etwas Verruchtes, ja Mafiöses.

Diese Doppelbödigkeit spiegelt sich auch in ihrer Musik wider, denn die Great Crusades haben sich eine ziemlich einzigartige Nische zwischen straightem Rock, einer moderaten, aber immer präsenten Punk-Attitüde sowie Americana- und Blues-Versatzstücken erspielt. Hinzu kommt die beeindruckende Stimme des Sänger-Brian, irgendwo zwischen vollem Aschenbecher und leerem Whiskeyglas pendelnd, in ihrer ausdrucksstarken, heiseren Rauheit fast Tom Waits’sche Dimensionen erreichend, mit der er diesen Songs über enttäuschte Liebe und den anschließenden alkoholgeschwängerten, einsamen Nächten in schlecht beleuchteten Bars den Stempel aufdrückt. Manchmal scheinen gar Brecht/Weill um die Ecke zu lugen, und dann könnte man sich The Great Crusades auch sehr gut im Berlin der 30er Jahre, auf den alten Bühnenbrettern eines verräucherten Nachtclubs, vorstellen.

Musik für diejenigen unter uns, die den Weg im Dunkeln kennen und die länger an der Theke sitzen als andere.

Der Focus meinte zum letzten Great-Crusades-Album im Mai 2014: „Mit „Thieves Of Chicago“ sind die Kreuzzügler um Sänger Brian Krumm nicht nur vom deutschen Indie-Label Glitterhouse zu den ebenfalls deutschen Americana-Spezialisten Blue Rose gewechselt, sondern haben auch ihren rustikalen Sound verfeinert und aufgefächert. Zum vertrauten Gitarren- und Countryrock gesellen sich treibende Glam-Elemente, schillernde Mariachi-Farben, flirrende Wüstensounds à la Calexico - und immer wieder diese mit eindrucksvoller Reibeisenstimme dargebotenen Düster-Balladen. […] Angesichts der zahlreichen Bezüge zur Rock-Historie dürfte klar sein, dass dieses Quartett das Rad natürlich nicht neu erfindet. Gleichwohl gehören The Great Crusades im dicht besiedelten Feld der nordamerikanischen Roots-Bands zur Spitzengruppe. Erst recht nach der Erweiterung ihres Stilspektrums mit dem späten, aber keineswegs zu späten Karriere-Highlight „Thieves Of Chicago“.

Brian Krumm – Gesang, Gitarre
Brian Leach – Gitarre, Keyboards
Brian Hunt – Bass
Christian Moder – Schlagzeug, Percussion
 
http://www.thegreatcrusades.com 

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