Do 23.02.2017, 20:30        
James McMurtry      
Americana/SingerSongwriter
James McMurtry ist der Sohn von Larry McMurtry, dem amerikanischen Schriftsteller, dessen Western-Epen in den USA in den Antiquariaten und Buchhandlungen an jeder Ecke omnipräsent sind und der sich immerhin Pulitzer-Preis-Träger (für den Roman „Lonesome Dove“, deutsch „Weg in die Wildnis“) und Oscar-Gewinner (für das Drehbuch zu „Brokeback Mountain“) nennen darf.

So, das hätten wir also mal gleich am Anfang aus dem Weg geräumt. Denn James McMurtry hat es weder nötig, mit den Lorbeeren seines Vaters beworben zu werden, noch sagt es allzu viel über seine eigenen Qualitäten und Meriten als Musiker aus. Außer eben, dass er definitiv die poetische Ader seines Vaters geerbt hat. Die Qualität seiner Texte bewegt sich für Singer-Songwriter-Verhältnisse in einer ganz eigenen Liga, sie könnten auch allein ohne Musik bestehen.

Wobei man da einiges verpassen würde. Denn als völlig unbekannter Liedermacher gelang es ihm immerhin, anhand eines Demotapes niemand Geringeren als John Mellencamp davon zu überzeugen, 1989 sein Debüt-Album zu produzieren. Darauf folgte schon der Soundtrack zum Film „Falling in Grace“, den er zusammen mit Mellencamp, John Prine, Joe Ely und Dwight Yoakam als „Buzzin’ Cousins“ aufnahm. Das kommt schon fast einer Aufnahme in den US-Country-Rock-Olymp nahe.

In den neunziger Jahren wurde McMurtry mit seinen Alben für den Grammy nominiert und gewann den American Indie Award für das beste Americana-Album. Im Jahr 2005 erschien sein bis dato höchst gelobtes Album „Childish Things“, das 2005 und 2006 sechs Wochen lang an der Spitze der Americana Radio Charts stand. Bei dem Album handelt es sich um das politischste, das er aufnahm. Er kritisiert darin George W. Bush und seine Außenpolitik insbesondere im Irak, sowie die Supermarkt-Kette Wal-Mart. Im September 2006 erhielten „Childish Things“ und „We Can't Make It Here“ die Preise für Album und Song des Jahres bei den Americana Music Awards. Weitere Nominierungen für diese Awards erhielt „Just Us Kids“ im Jahr 2008. Das Album erreichte McMurtrys höchste Billboard-Platzierung seit fast zwei Jahrzehnten.

James McMurtry entwirft seine Geschichten mit der Feder eines Dichters und der Genauigkeit eines Malers. Massenhaft Beweise liefert „Complicated Game“, McMurtrys erste Songsammlung seit sechs Jahren, die ihn auf der Höhe seiner Schaffenskraft zeigt und auf der er sich vom Politischen ab- und dem Persönlichen zuwendet.

Seine dynamischen Texte erregen Aufmerksamkeit - nun schon seit einem Vierteljahrhundert. Es ist offensichtlich, dass McMurtry mit der Zeit immer besser wird.

„James McMurtry ist einer meiner Lieblings-Songschreiber auf der Welt, und er war nie besser“, schwärmt Americana-Star Jason Isbell. „Er hat das äußerst seltene Talent, den Hörer mit der einen Zeile dazu zu bringen, laut aufzulachen, und ihn mit der nächsten fast zum Weinen zu bringen. Ich kenne keinen, der bessere Texte schreibt.“ Auch Roots-Rock-Ikone John Mellencamp ist begeistert: „James schreibt, als ob er schon ein ganzes Leben hinter sich hätte.“

Die Washington Post schreibt: „McMurtrys Texte erfahren zu Recht so viel Aufmerksamkeit: Er versteht es, innerhalb von vier Minuten die Emotion und Erfahrung eines ganzen Buches zu vermitteln. Was dabei allerdings übersehen wird ist, dass er ein versierter Rockgitarrist ist … Starker Stoff, geboten von einer einzigartig starken und ernsthaften Band.“

Einen Songwriter dieses Kalibers in Deutschland in einem Live-Club der Lab-Größenordnung erleben zu dürfen, ist ein Geschenk, das man annehmen sollte. In den USA füllt der Mann Hallen. Für deutsche Americana-Fans möglicherweise im Februar schon das Konzert des Jahres.
 
http://www.jamesmcmurtry.com 

http://www.youtube.com/watch?v=4bE3DVMwjfw   

http://de-de.facebook.com/JamesMcMurtry/