Fr 27.05.2016, 20:30        
Isbells      
12. SOS-Festival "For The Sake Of The Song"
Americana/SingerSongwriter
Die Geschichte der Isbells liest sich wie ein Märchen. Gaëtan Vandewoudes Musik machte eine Reise um die Welt: Soundtracks für Grey’s Anatomy, Hawaii Five O und Teen Mom bis hin zur internationalen Trivago-Werbekampagne und die Hits As Long As It Takes, Reunite und Elation. Vandewoudes Erfolg hat nicht nur die Grenzen Belgiens, sondern auch die Erwartungen der Band überschritten.

Mit denmelancholischen Klängen der ersten Alben Isbells (2009) und Stoalin (2012) haben sich die Isbells sauber zwischen Nick Drake und Bon Iver eingereiht. 2014 tauschte Vandewoude dann Folk gegen Pop und nannte sich Sweet Little Mojo. Jetzt kehrt mit dem neuen Album Billy das Projekt Isbells zurück! Es ist das dritte und persönlichste Album, das er je geschrieben hat, und es ist bis an den Rand gefüllt mit wohlklingenden Melodien.

Dennoch ist es vielleicht auch ganz gut, dass die Band in puncto Understatement stets weit vorne war, denn das macht sie auch 2016 noch zur Wundertüte und zum Festschmaus für Entdecker. Denen präsentiert Vandewoude sich nun auf der vorläufigen Höhe seines Schaffens: Die Songs auf dem dritten Album Billy sind deutlich feinziselierter, voller instrumentiert und vielleicht nicht zwingend in sich lauter, dafür aber in ihrem Songwriting merkbar präsenter. Der Ausflug in den Pop unter dem Alter Ego Sweet Little Mojo hat den Meister nicht glücklicher gemacht; es sind die feinen, kleinen Hymnen zur akustischen Gitarre, flankiert von dezenten Bläsern und Pianos und wirklich hübschen Knister- und Flickersounds, die ihm helfen, sein Innerstes nach außen zu kehren, und so ist es kein Wunder, wenn Vandewoude bei Billy von seinem persönlichsten Album spricht. Manchmal muss man eben erst weg sein, um zu wissen, wohin man zurück will. Herausgekommen ist eine Platte voll wunderschöner, feingeistiger Harmonien, getragen von Gaetan Vandewoudes einprägsam-schmeichelnder Stimme, die von menschlichen Unzulänglichkeiten erzählt, von Ängsten und Sorgen und dem täglichen Kampf mit sich selbst. Dass er seiner Band für ihr drittes Album mehr instrumentale Wärme gönnt, steht Billy gut; die Songs wirken voller und bei weitem weniger zurückhaltend; sie entsprechen der Live-Transformation der Isbells in ein kleines Orchester voll Wärme und Brillanz. Immer noch traurig, immer noch in gewissem Maße in sich gekehrt, aber die Isbells haben die Hand zum Hörer inzwischen weiter ausgestreckt. Der dürfte sie dankend annehmen, denn wer offene Ohren hat für diese Art Musik, kann an diesem Album in den nächsten Monaten definitiv nicht vorbeischauen. Qualität setzt sich eben doch auf Dauer durch.

Chantal Acda – Gesang, Vibraphonette, Xylophon, Glockenspiel, Bass, Gitarre, Percussion, Melodica)
Christophe Vandewoude – Schlagzeug, Gitarren, Bass, Glockenspiel, Percussion, Ukulele, Synthesizer, Gesang
Gianni Marzo – Gesang, Gitarren, Mandoline, Banjo, Lapsteel)
Gerd Van Mulders – Bügelhorn, Bass
Gaëtan Vandewoude – Gesang, Gitarre
 
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