Do 26.05.2016, 20:30        
The Dead Brothers      
Die schrägste Beerdigungskapelle der Welt
12. SOS-Festival "For The Sake Of The Song"
Americana/SingerSongwriter
Von ferne ertönt ein todmüdes Tuba-Brummen, jemand zupft mit Skelettfingern monoton auf einem Banjo herum, und ein Akkordeon ächzt in hilfloser Schräglage. Fünf abgerissene Musikanten mit schwarzen Zylindern und schmierigen Haaren darunter wanken durch die trüben Lichtkegel der Straßenlaternen. Vorneweg, mit fiebrigen Augen, der Sänger, der abgebrochene Liebeslieder und unvollendete Moritaten in ein altes Megaphon krächzt. The Dead Brothers, "the one and only funeral orchestra", are in town.

Die fünf musikalischen Bestatter aus der Schweiz kennen keine Konjunkturschwankungen. Gestorben wird immer. Und verstorbene Musiker, deren Stücke sie in eigenen Interpretationen zu Grabe tragen können, lassen sich auch immer finden. Die Dead Brothers wissen, dass der Tod viele Gesichter hat. Ausgelassene Polkas, die keine Angst vor dem Ende kennen, spielen sie genauso wie lebensmüde neapolitanische Volkslieder, Sauf-ich-mich-halt-kaputt-Country und Voodoo-Beschwörungen aus den Sümpfen, Blues aus der Todeszelle wie Tom-Waits-Affenzirkus-Jazz. Walzer, die sich immer langsamer drehen, genauso wie Trauermärsche voller Schadenfreude. Oder den Ramblin' Man von Hank Williams. Spielen sich dann in eine endlos währende Trance, angetrieben von immer schneller pulsierender Tuba, Schlagzeug und suggestivem Banjo-Geplucker in bester 16-Horsepower-Rock-Manier.

Kurz gesagt: was die eigensinnigen Herren um Sänger und Bandleader Alain Croubalian aus Banjo und Saxophon, Lap-Steel-Guitar und Mandoline, Megaphon und Piano, Cajon und Tuba, Harmonium und Posaune, Trompete und Klarinette herausholen, ist von einer knarzigen Wehmut, die süchtig macht.

Dazu eine kabarettistische, makaber-witzige und absurde Show, in der der Frontmann seine mit Zylinder und Gehstock bewaffneten Mitmusiker zu immer neuen Exzessen antreibt. Ein Konzert der Genfer Dead Brothers – nicht etwa ganz besonders morbide Gesellen, sondern allesamt ehrbare Jazzer und Theatermusiker – ist ein Spektakel für sich.

Im Gepäck haben sie das lang erwartete sechste Album „Black Moose“. Darauf zu hören gibt es eine Mischung aus orientalischem Country, mesopotamischem Blues, Schweizer Psycho-Folklore, von Ayahuasca berauschte Mittelalterbarden und Blackgrass, die dunkle Seite des Bluegrass. Die typische Dead-Brothers-Ware eben.

Dead Alain Croubalian – Gesang, Gitarre, Banjo
Matthias Lincke – Violine, Mandoline, Gesang
Dide Marfurt – Streichinstrumente, Harmonium, Perkussion
Leon Schätti – Tuba
Resli Burli – Streichinstrumente, Perkussion
 
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