Do 12.12.2019 19.30 Uhr Vier Beine gut, zwei Beine schlecht

Freier Eintritt

Tierliebe und Menschenhass in der veganen Tierrechtsbewegung

Vortrag von Mira Landwehr

 

Einlass: 19:00 Uhr


 

 

Der Veganismus hat zwei Probleme: seine Popularität und seine Anhänger*innen. Der Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen verkündet stolz, „Vollveganer“ zu sein. Der rechte Esoteriker Ruediger Dahlke bereichert den Buchmarkt jedes Jahr mit einem neuen veganen „Peace Food“-Kochbuch. Holocaust-Relativierungen sind aus Diskussionen um die Ethik der Ernährung nicht wegzudenken.

In einer als unübersichtlich und chaotisch wahrgenommenen Umwelt, in der das Individuum keine Rolle spielt, scheint für manche Menschen alles, was mit dem nichtssagenden Label „alternativ“ versehen ist, ein erstrebenswerter Ort der Selbstbestimmtheit zu sein, der die Rückgewinnung von Kontrolle verspricht. Die bewusst gewählte und individuell gestaltete Lebensweise mit starker Betonung der Ernährung wird für manche zum ordnenden Korrektiv. Wird Veganismus zur Weltanschauung, gehen mit ihm häufig eine Art Auserwähltheitsglaube sowie eine Religiosität zusammen, die sich sektenähnlich manifestieren kann.

Weite Teile der veganen Tierrechtsbewegung begrüßen Rassist*innen, Ökofaschist*innen und andere Menschenfeind*innen an Infoständen, auf Demonstrationen und als ihre medial wirksamen Fürsprecher*innen – der Schlachtruf lautet: „Hauptsache für die Tiere!“ Dieser Vortrag soll verstehen helfen, warum Tierliebe und Menschenhass so nah beieinander liegen und warum es so schwer ist, mit Leuten in der Szene darüber zu sprechen.


Mira Landwehr studierte Geschichte und Germanistik, arbeitet für die Zeitschrift „konkret“ und und bloggt unter der Adresse aufdemnachttisch.de